Geschichte des Trifthandwerks im Leinbachtal
Ab dem Jahr 1816 gehörte die Pfalz zu Bayern. Weil es nun mehr Geld gab, wurden viele Bäche in der Pfalz so umgebaut, dass man darin Holz schwimmen lassen konnte – man nennt das Triften.
In kurzer Zeit wurden 33 Bäche dafür vorbereitet:
Die Ufer wurden mit Steinen befestigt,
die Bäche verbreitert,
Steigungen ausgeglichen, damit das Wasser gleichmäßig floss.
Auch der Leinbach, ein Bach bei Waldleiningen, wurde so ausgebaut. Man baute Schleusen und Staubecken, sogenannte Klausen, die das Wasser zurückhielten.
Fuhrleute – also Personen mit Pferdewagen – brachten das Holz zum Seewoog bei Waldleiningen. Dort begann das Holz seine Reise im Wasser. Das Forstamt und ein Triftamt in Neustadt passten auf, dass alles gut funktionierte und genug Helfer da waren.
Getriftet wurde nur im Frühling, im März und April. Das lag daran, dass im Frühling viel Wasser im Bach war und das Holz gut schwimmen konnte. Außerdem wollte man Wiesen nicht beschädigen, die im Sommer genutzt wurden.
Bevor es losging, wurden die Schleusen geschlossen, um Wasser zu sammeln. Als genug Wasser da war, öffnete der sogenannte Woogmann die Schleusen. Dann rauschte das Wasser mit den Holzscheiten (kleinen Holzstücken) den Bach hinunter.
Triftknechte liefen am Bach entlang und sorgten dafür, dass das Holz nicht stecken blieb. Am Ende gelangte das Holz bis in den Rhein. Dort wurde es mit großen Holzgabeln und Holzrechen aus dem Wasser geholt und in Städte wie Neustadt, Haßloch, Schifferstadt und Speyer gebracht – dort wurde es als Brennholz gebraucht.